Männer

Veröffentlicht 7. August 2013 von karimausi

Meine Herrin hatte mich ja dazu verdonnert endlich mal wieder was zu schreiben und so komme ich dem heute nach. Ich hatte Euch gefragt was Euch interessieren würde und neben übersetzt „egal, alles was du schreibst interessiert uns“ sind auch zwei richtige Frage von Andreas und Luzi gekommen. Diese möchte ich heute für Alle beantworten – die Fragen sind mir in der Art auch schön öfters in privaten Gesprächen gestellt worden, von daher werden Einige meine Antworten schon kennen (aber wie ich mitbekommen habe gibts ja auch so einige Blog-Leser, die nicht mit mir auf g+ verbunden sind und mich da ausfragen *ggg*) – und verspreche den Anderen die danach gefragt haben noch einen Erlebnisbericht am kommenden Wochenende.

Also los gehts: „Andreas: Fehlt dir nun in der Beziehung zu deiner Herrin manchmal ‚das Männliche‘, wie auch immer man das definieren möchte – und sei es nur der Schwanz? Oder bekommst du es trotzdem hin und wieder mit Männern zu tun? Wenn du nicht Bi, sondern Lesbisch bist, erübrigt sich diese Frage natürlich.“.

Ich fange mal hinten an, da das alles so auch ein bisschen mehr aufeinander aufbaut und hole insgesamt etwas Weiter aus, als nur die Frage zu beantworten, denn sonst wäre es von Vorne nach Hinten einfach „schwer zu sagen, nein, bi“. Wen nur diese kurze Variante interessiert hat, kann also jetzt aufhören zu lesen. 😉
Jetzt aber noch mal langsam und von Hinten (da steh ich drauf): ich bin bi. Melli ist sogar meine erste richtige lesbische Beziehung, vor ihr hatte ich bisher nur mit einer weiteren Frau Sex, aber das war nur Sex und nichts weiter außer ner guten Freundschaft. Klingt irgendwie ähnlich wie die Anfänge von Melli, da war es ja auch „nur“ Sex und ne Freundschaft, aber ich denke bei Melli war es von Anfang an mehr als nur Freundschaft, nur war ich nicht in der Lage das geistig zuzulassen. Die Erste war im Übrigen auch meine erste und bisher einzige Dreiererfahrung, denn sie war meine Sub-Spielgefährtin mit der mir mein damaliger Freund/Dom eine Fantasie erfüllen wollte und auch hat. Von daher hab ich die meiste Zeit meines sexuell aktiven Lebens also mehr mit Männern als mit Frauen zu tun gehabt.
Mein grundsätzliche Einstellung innerhalb von Beziehungen ist eine sehr klassische, nämlich die lebenslange exklusive Fortpflanzungsgemeinschaft zwischen zwei Individuen, kurz Monogamie (was auch nicht in unserem Domme/Sub, Herrin/Sklavin Verhältnis gebrochen wird). Melli sieht das gleich, der einzige Unterschied ist, dass ich außerhalb einer Beziehung eigentlich auch mit Keinem in die Kiste gehe da für mich richtiger Sex mehr ist als nur Lustbefriedigung – wenns um Lustbefriedigung geht, dann kann ich es mir auch selbst machen, da bauche ich keinen Mann zu. Und dieses Verhalten meinerseits mag natürlich auch mit meinen Neigungen zu tun haben, bei denen ich doch sehr viel Vertrauen in meinen Sexualparter brauche. Mit meiner grundsätzlichen Einstellung beantwortet sich somit der zweite Teil der Frage schon automatisch: nein, ich bekomme es sexuell gesehen nicht mit Männern zu tun, weder hin noch wieder. 😉
Damit wird natürlich nun der erste Teil der Frage wirklich interessant. Keine Männer zwischendurch, früher nahezu ausschließlich mit Männern Sex gehabt, wie ist das also mit dem Fehlen des Männlichen in meiner jetzigen Beziehung zu einer Frau? Genau das ist ein schwieriges Thema. Die Problematik die sich hinter der Frage versteckt ist eine, die mich schon von dem Zeitpunkt an beschäftigt hat und zumindest in Teilen auch immer noch beschäftigt, als mir klar wurde, dass ich meine anfängliche Affaire mit Melli damals nicht abbrechen und mir einen Freund suchen wollte, sondern, im Gegenteil zu allem was ich vorher gesagt und gedacht habe, mehr als nur die Affaire von Melli, eine Beziehung mit ihr wollte. Zu dem Zeitpunkt war ich Gedanklich nämlich auf das „Männliche“ eingeschossen. Also auch neben dem Sex (der mit Männern die ihr Ding beherrschen einfach grandios ist (und Mann kann damit auch so wunderbar dominieren!)) haben alle meine Zukunftsträume immer einen Mann beinhaltet – in den starken Armen liegen, an seinen Waschbärbauch kuscheln, ihm beim gemeinsamen Einkauf (als Familie mit zwei Kindern) wenn keiner guckt auf den Hintern hauen und zur Gemüsetheke (da trauen sich Männer nicht so hin) fliehen, ihm zuschauen wie er irgendwas im Haus repariert, ihm über den Dreitagebart streicheln, seine große Starke Hand spüren (nein, nicht nur wenn sie mich im Nacken packt und ins Schlafzimmer schleift)…
Die Frage, die ich mir damals stellen musste war, ob ich meine ganzen Fantasien über meine Zukunft in meinem Kopf „umschreiben“ kann und ob die Neuen sich ähnlich gut anfühlen würden. Würde ich außerdem einen Schwanz vermissen? Das was er mit mir anstellt? Würde ich auf immer darauf verzichten können? Würden mich meine Erfahrungen und jahrelangen Wünsche in einer ähnlichen aber doch anderen Situation glücklich werden lassen? Würde ich nicht immer irgendwie im Hinterkopf fühlen, dass irgendwas nicht so ist wie ich es mir jahrelang schon als Teenager erträumt habe, wenn ich z.B. mit Melli und unseren Kinden (ja, wir wollen welche) in 10 Jahren auf dem Sofa sitze und Kuschel und es nicht der starke haarige Arm mit den großen Händen daran ist, der uns alle umarmt und mir durch die Haare streichelt?
Die Frage die Andreas gestellt hat ist mit einem „Wird dir fehlen“ statt „Fehlt dir“ die, die mich Monate davon abgehalten hat Melli meine Liebe zu gestehen und mich in dieser Zeit zerrissen und durch die Hölle hat gehen lassen. Und das dumme dran ist, ich kann sie bis heute nicht vollständig beantworten, ich kann nur sagen:
BISHER vermisse ich das Männliche nicht GROSS.
Aber es kommt so ein bisschen auf die Bereiche an.
Im sexuellen habe ich Fantasien wie es wäre wenn es jetzt nicht Mellis Strap-On sondern eines Mannes Schwanz wäre der mich durchfickt, das es jetzt kein Penis-Gag wäre, sondern ein Echter und der sich gleich in meinem Mund entläd – und wie einige wissen lasse ich mich mit Erlaubnis von Melli auch auf geschriebene Fantasien mit dem ein oder anderen hier in g+ ein, die mich durchaus auch heiß machen und mein Kopfkino eine Galavorstellung vorführen lassen. Aber all diese Fantasien die ich ab und an im sexuellen habe, sind nicht so, dass ich vor Verlangen nach dem mänllichen Geschlechtsteil vergehe, sondern ehr eine erregende Retrospektive, Fantasien die mir auch Melli zugesteht (wir unterhalten uns darüber) gerade weil sie weiß, das dieses auch eine große Schwierigkeit für mich war eine lesbische Beziehung zuzulassen.
Den starken Arm der mich umarmt und hält hingegen habe ich bisher noch nicht mal ansatzweise vermisst. Ich liebe es meiner Melli beim Einkaufen einen Klaps auf ihren knackigen heißen Hintern zu geben (mach ich aber nicht so häufig, da das immer Konsequenzen für mich hat) und wenn sie mir mit ihren, im Vergleich zu meinen Männern davor, kleinen Händen durch die Haare streichelt, ist das kein Unterschied zu meinen EX-Freunden, denn das Wohl- und Geborgen-Fühlen kommt nicht von der Aktion, dem Wie, mit was oder wer es macht, sondern von der Liebe die man für den anderen Empfindet und der Liebe, die Dieser oder Diese für einen selbst ausstrahlt. Dabei spiel es keine Rolle ob Derjenige männlich oder weiblich ist. Mittlerweile sind alle meine Bilder wie ich mir meine Zukunft ausmale nicht mehr mit einem Mann sondern mit Melli an meiner Seite.
Bleibt also als unbeantwortet für die Zukunft „nur“ die sexuelle Komponente übrig. Was da kommen wird weiß ich nicht. Vielleicht reichen mir die Fantasien und die erotischen Unterhaltungen mit Männern aus. Vielleicht werde ich sexuell gesehen unglücklich. Auch darüber haben Melli und ich uns schon länger unterhalten. Sie wird es vermutlich zwar nie brauchen da sie sexuell mehr auf Frauen steht und nach ihrer Aussage ohne Probleme auf Männer verzichten kann, aber sollte eine von uns beiden sexuell unglücklich werden weil sie sich so sehr nach einem Mann im Bett sehnt, dann werden wir darüber reden und eine Lösung finden. Die Lösungsansätze haben wir auch schon andiskutiert aber ob das in dem Fall dann ein Dauerfreund des Hauses S. wird oder vielleicht sogar mehr bleibt abzuwarten – sicher ist nur eines, keine wird heimlich Fremdgehen sondern eine gemeinsame Lösung mit der wir beide in so einem Fall wieder glücklich werden können wird gefunden.

Und jetzt hab ich so lange dran geschrieben, dass ich zu Luzis Frage heute gar nicht komme. Werde versuchen sie aber noch vor dem Wochenende zu beantworten.

Ein Kommentar zu “Männer

  • Andreas Von Sinnen
    Mittwoch, 07 August, 2013

    wie zu erwarten war, umfangreiche und zufriedenstellende antwort. dankeschön 🙂
    ——————————
    Kari S
    Mittwoch, 07 August, 2013

    Gern geschehen und danke für die Frage! 😉
    ——————————
    Schwaller Mustermann
    Mittwoch, 07 August, 2013

    Sehr gut geschrieben. Vielen Dank!

    Eine Frage bleibt allerdings offen. Wer von euch wird (sollte es soweit sein) die Kinder austragen?
    Die Sub die eher was mit Männern anfangen kann/will (falls es auf natürlichem Weg entstehen soll) oder die Dom welche dann immerhin noch die Peitsche schwingen könnte, während die Sub doch während der Schwangerschaft quasi ein „Lotterleben“ hätte. 😉
    ——————————
    Kari S
    Mittwoch, 07 August, 2013

    Diese Frage kann ich dir ziemlich genau beantworten, da wir darüber natürlich schon sehr ausgiebig gesprochen haben. Und es ist recht einfach, da wir eigentlich mehr als eines möchten: jede von uns wird wenn es klappt eines „austragen“ (Melli da sie etwas älter ist als Erste). Selbst die Väter stehen schon fest, sind bereits vorsichtig angefragt und haben beide gemeint, dass sie es machen würden. Wir haben nämlich beide jeweils einen Bruder.
    ——————————
    Mathieu Herr
    Donnerstag, 08 August, 2013

    Danke für den Einblick in Euer harmonisches offenes Miteinander
    ——————————
    Kari S
    Donnerstag, 08 August, 2013

    Für mich ist das „offene“ Miteinander ein wichtiger Pfeiler einer Beziehung. Man sollte immer über alles reden können und damit meine ich wirklich alles. Nur so hat man gemeinsam die Möglichkeit – auch wenn es vielleicht manchmal schmerzvoll ist – Dinge, die sich sonst zu Unwohlfühlen, unbefriedigten Sehnsüchten bis hin zu einem Beziehungskiller entwickeln können, bereits im Vorfeld abzuwenden.

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