Die Anfänge

Veröffentlicht 12. August 2013 von karimausi

Irgendwie bin ich gerade etwas mehr dazu aufgelegt über Grundsätzliches zu schreiben als über die neusten Erlebnisse – kommt auch, versprochen, aber ich hab noch zwei Fragen offen und die von Klaus möchte ich heute noch schnell beantworten:“Wie oder wann hast du es gewusst von deiner Neigung und wie war für dich die erste Session?“

Die Frage wann ich von meinen Neigungen gewusst habe, bzw. wann mir das überhaupt so richtig bewusst geworden ist, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Man fühlt ja vielleicht bereits Dinge, denen man sich aber nicht unbedingt bewusst ist oder die man sich noch nicht bewusst gemacht hat, bzw. sich überhaupt nicht bewusst sein konnte, da man entsprechendes Wissen noch nicht hatte.

Sagen wir es mal so, bereits als Kind war ich immer die, die sich als Prinzessin in die Höhle des Drachen einsperren hat lassen, die als Cowgirl von den Indianern an den Marterpfahl gebunden wurde, oder die als Verbrecherin von den Polizisten in Plastikhandschellen abgeführt wurde. Ich hab mich auch nie um die andere Seite gerissen sondern war völlig zufrieden mit der mir angedachten Rolle und wenns ne freie Entscheidung war, wollte ich natürlich auf diese Seite. Das setzte sich im Jugendalter beim Fernsehn fort. In dem Moment als mein sexuelles Leben erwachte (so um die 13/14 muss das gewesen sein) fand ich es in Filmen erregend, wenn Frauen gefesselt, unterworfen oder so was in die Richtung wurden. Ich mochte die alten Sandalenfilme auf irgendwelchen Dritten in denen im alten Rom Sklavinnen von staken Männern gehalten und unterdrückt wurden wahnsinnig. Warum ich das erregend fand, darüber habe ich mir lange Zeit aber auch keine Gedanken gemacht. Ich bin auch nie auf die Idee gekommen Fesselspielchen im Bett zu machen als ich dann sexuell mit 15 aktiv wurde. Ausschlaggebend dafür war eigentlich erst Melli, die mir zum 17. Geburtstag ein paar Handschellen schenkte. Noch so Dinger mit Plüsch-Überzug, aber eben Handschellen (mit Hintergedanken ihrerseits aber das ist wieder eine andere Geschichte und hat was damit zu tun, dass sie damals schon in mich verliebt war und austesten wollte, in wie fern ich was mit ihren, ihr damals schon bewussten Neigungen anfangen konnte.). Mir ist es bei dem Geschenk eiskalt den Rücken herunter gelaufen, ich habe am ganzen Körper eine Gänsehaut bekommen, mir sofort vorgestellt sie beim Sex zu tragen, wurde gefühlt knallrot im Gesicht und war augenblicklich geil.
Bereits nach meiner Geburtstagsfeier im Bett mit meinem damaligen Freund wurden sie eingeweiht. Ich fands total erregend, mein Partner hingegen weniger. Ihm hats nichts gegeben und so war meine erste „Session“ eigentlich etwas ernüchternd, was automatisch passiert, wenn sich das Gegenüber nicht in die Stimmung versetzten kann, bzw. nicht in der Lage ist, das notwendige Dominanzgehabe (in dem Moment wärs einfach mal kräftiger zupacken und fordernder im Bett zu sein gewesen) an den Tag zu legen. Mir war aber trotzdem klar, dass ich in diese Richtung weiter probieren wollte, dass die fehlende Stimmung ehr ein Problem meines Freundes war. Fortan habe ich ihn aber immer wieder dazu genötigt weiter zu experimentieren in der Hoffnung, er würde irgendwann Geschmack an der Geschichte finden. Wir probierten rum mit Seidenschals, dem ein oder anderen Seil dass sich fand und natürlich den Plüschhandschellen, die aber von mir bereits ein halbes Jahr später durch Gescheite ohne Plüsch (ich weiß, kann man abziehen was ich auch vorher gemacht habe) und diese „Schnellöffner“ ersetzt wurden – und kein so billiges Blech. Da wurde dann schon die Basis für mein bis heute währendes „Das muss abgeschlossen sein und ich darf es selbst nicht aufbekommen können“ gelegt. Unterm Strich änderte sich aber bei ihm nichts und meine Bitten um etwas härteren Sex wurden entweder mit „heute nicht, bin nicht in der Stimmung“ abgetan oder die male wo er es probierte schafften er es nicht die entsprechende Stimmung aufzubauen, da er es einfach nicht – ich sags mal so hart – konnte. Wenn du merkst, dass das alles beim Anderen nur aufgesetzt ist, er dich ständig fragt ob es so gut ist, was er tun soll, ob die Fesseln zu stramm sitzen oder ob dir was weh tut, dann… ich glaube ich muss da nicht weiter ausholen.
Kurzum muss ich zugeben, die Beziehung ist letztendlich an meinem ständigen Fordern in diese Richtung und daran, dass ich sexuell echt langsam frustriert und gelangweilt wurde, zerbrochen. Liebe ist wichtig, aber ein erfülltes Sexleben auch. Vorgeschoben waren natürlich andere Gründe wie das meist so ist.
Meine Richtige erste Session – wenn man reine Fesselspiele darunter fallen lässt – hatte ich erst mit dem Freund nach ihm, den ich mir spezieller in die Richtung ausgesucht habe (man merkt schließlich vorher wenn jemand ein bisschen dominant ist und ich gebe zu, ich habe ihn sogar vorher gefragt, ob er auf Fesselspiele steht). Bei unserem ersten Sex hat er mich mit – durch abgeschlossenen Lederfesseln (auf das Abgeschlossen hab ich bestanden) . gespreizten Armen und Beinen auf dem Bett fixiert und hart „durchgefickt“. Ich bin mehrmals gekommen und das war bis dahin der geilste Sex den ich je hatte. Mit ihm zusammen habe ich meine Leidenschaft für Bondage in allen Formen und Varianten entdeckt und ausgelebt – inklusive meines Fetischs für Knebel (und damit auch „erzwungenes“ Blasen), Arschf…en und zumindest ein wenig Erziehungsspielchen. Für meine Neigungen zum D/S brauchte es dann noch mal zwei Jahre, eine Beziehungslose Zeit, eine für mich offenbarende Online-Erfahrung und den Mut vor mir selbst diese Neigung (ich bin doch nicht devot, niemals!) überhaupt erst einmal zuzulassen. Das reale Ausleben war allerdings dann kein großer Schritt mehr für mich, da ich mich nach einiger längeren Zeit online und der damit verbundenen Zeit mich mit meinen neuen Neigungen auseinanderzusetzen und sie zu erforschen, danach sehnte, dies alles auch real auszuprobieren. Es folgte eine leider nur wenige Monate dauernde reale D/S Beziehung, dann noch einmal ein Online-Dom. Und wohin all diese Entwicklung bisher geführt hat, lest ihr nun ja ab und zu, wenn ich aus Lady Mellanies und meinem Nähkästchen plaudere.

Ein Kommentar zu “Die Anfänge

  • Schwaller Mustermann
    Montag, 12 August, 2013

    Wirklich gut geschrieben!

    Lässt tief blicken und zeigt deutlich dass so ein Verhalten (egal ob Dom oder Sub) „in die Wiege gelegt“ ist… und nicht etwas das man „antrainiert“ bzw. gar eine Krankheit die man behandeln müsste.
    ——————————
    Mathieu Herr
    Dienstag, 13 August, 2013

    Danke für die wunderbare Erklärung Deiner „Entwicklung“
    ——————————
    Anonym
    Dienstag, 13 August, 2013

    Danke, Kari! Du hast mir irgendwie aus der Seele gesprochen! Mir geht es ganz ähnlich, hatte es schon seit der Kindheit so, und das ist lange her. Noch komplizierter ist es, dass es zwei von mir gibt, einen sehr lieben Mann, der aber dominant ist, und eine sehr schüchterne Frau, die devot ist. Passt gut zusammen, nicht wahr? Ist aber SEHR kompliziert….

    …und einsam.

    Liebe Grüße von Daniela aus DK
    ——————————
    Kari S
    Montag, 19 August, 2013

    Danke für Eure lieben Kommentare. Freut mich sehr, dass ich es geschafft habe, dass was ich rüberbringen wolle wohl auch so rüberzubringen.

    Auch per PM haben mich einige Rückmeldungen erreicht. Als Fazit kann ich wohl nennen, dass jeder ähnliche Erfahrungen in der Jugend gemacht hat – so wie Schwaller es gesagt hat, antrainieren lässt sich sowas nicht. Entweder man ist so, oder eben nicht.

    LG
    Kari
    ——————————
    Schwaller Mustermann
    Dienstag, 20 August, 2013

    Schwaller… oder Herr Schwaller? 😉

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