Besuch – Teil 8 / Umschlag 12 – Teil 1

Veröffentlicht 16. September 2016 von karimausi

Ich weiß, ich bin spät dran. Aber ich will Euch ein Highlight aus dem letzten Jahr – oh Gott, das ist schon über 9 Monate her, ich hänge wirklich weit zurück – nicht vorenthalten. Also denkt dran, wenn Ihr es lest, das Folgende ist aus der Perspektive im Dezember 2015 geschrieben.

Was soll ich Euch erzählen? Ab da ist der Sex zwischen uns Dreien völlig normal und nahezu täglich. Und es ist wundervoll. Wenn plötzlich vier Hände dich an verschiedensten Stellen deines Körpers berühren, du gar nicht mehr weißt, wo du gerade hinfühlen sollst – man konzentriert sich ja doch meist auf eine Berührung und nimmst die Anderen so „nebenbei mit“… hrrrrrrr *Gänsehaut*.

Die Zeit fließt nur so dahin. Nicht wie ein breiter Fluss, langsam und behäbig – wir bezwingen mit unserem gelben, kleinen Schlauchboot eine Stromschnelle nach der Anderen. Ehe wir uns versehen, stehen schon die Schokoladennikoläuse in den Regalen der Supermärkte (bei mir tun sie das in abnehmender Anzahl in den Vorratsschränken schon das ganze Jahr, direkt neben den Spekulatius Packungen – wenn man sich auf die Supermärkte verlassen könnte, dass sie nicht so spät, sondern rechtzeitig zum Hochsommer die Weihnachtsware in die Regale räumen würden, hätte ich definitiv ein kleineres Lagerplatzproblem als im Moment). Dass in diesen Wochen allerdings mehr passiert ist als nur geiler, hemmungs- und schamloser Sex, so wie harte, aua-machende Züchtigungen und heiße, erotische Momente, muss ich, glaube ich, wohl keinem von Euch erzählen. Das wir uns in dieser Zeit Hals über Kopf ineinander verliebt haben, darüber gibt es schon genug hier zu Lesen. Also möchte ich auf etwas anderes eingehen, auf das bestimmt schon viele von Euch sehr lange gewartet haben.

Es ist später Nachmittag. Anna und ich stehen im Schlafzimmer, in das uns Melli geschickt hat. Auf dem Bett liegt ein Umschlag – 12 steht drauf (na, gebt es zu, jetzt macht sich schon Vorfreude auf meinen folgenden Bericht bei Euch breit, oder). Aber er ist anders als alle Anderen davor und anders als ich ihn in Erinnerung habe – er hat sich bräunlich verfärbt (hat wohl zu lange in der Sonne gelegen), ist gewachsen – DIN Lang ohne Sichtfenster zu A4 ebenfalls ohne Sichtfenster – und auch dicker geworden. Ich fische ihn von Lady Mellis, heute morgen von mir sauber gefalteten, Bettdecke und drehe ihn neugierig in den Händen. Etwas Schweres fällt darin herum – Gewicht und Größe abschätzend würde ich auf ein Schloss tippen. Anna steht hinter mir und lunzt über meine Schulter. Ich spüre ihren warmen Atem in meinem Nacken, der wie ein sanfter Windhauch durch meine Haare streift und eine Gänsehaut an meinen Armen auslöst – wie schön wäre es, wenn sie jetzt ihre weichen Lippen auf meinen Hals legen würde, mich aufs Bett schubst und… ein wonniger Schauer durchfährt meinen Körper bei diesen Gedanken.

„Mach schon auf!“ flüstert sie so leise, dass ich fast schon denke, wir sind Spione im verlassenen Büro des Militärherrschers einer uns unbekannten Bananenrepublik und draußen auf dem Gang patrouillieren hunderte von genetisch veränderten Vampir-Wachleuten mit Fledermausohren.
Doch ich hänge noch meinen erotischen Gedanken in Bezug auf Annas Lippen hinterher. Geistesabwesend starre ich durch den Umschlag hindurch…
„Kari!“
Ich schüttel einmal kurz meinen Kopf und erwache aus dem kurzen erotischen Tagtraum.
„Mach schon auf!“
Ich öffne die Lasche, greife hinein und ziehe zwei DIN Lang Briefe, auf denen in großen Lettern einmal „ANNA“ und einmal „KARI“ prangen, heraus. Ein weiteres Ausleeren des Umschlages in meine Hand, fördert das von mir erahnte mittelgroße Schloss (und keinen Schlüssel) hervor. Schweigend reiche ich den einen Umschlag hinter mich weiter. „Für dich“. Ein mulmiges Gefühl macht sich in mir breit und meist liege ich mit meinen Einschätzungen nicht falsch.
„Ein Umschlag für mich? Das ist ja geil!“ höre ich es von hinter mir tönen. Die Arme ist sich wohl noch nicht im Klaren, was das bedeuten kann – dabei hat sie das doch mittlerweile bei mir mitbekommen.
Ich lasse sie in ihrer Freude und beschäftige mich mit meiner Zukunft, in dem ich den Zettel seiner Verpackung entnehme: „Alissa Stone“. Ein wenig Schweiß tritt mir augenblicklich auf die Stirn und ein fettes „Nicht schon wieder“ schwebt blinkend durch den Raum dahinter. Der letzte Umschlag mit diesem Namen war echt hart und ich erinnere mich immer noch sehr genau an viele andere harte Szenen in diesem Buch.

Langsam drehe ich mich zu meiner Mit-Sub um. „Du, da steht….“ – kurze Grübelattacke nach einer noch kürzeren Analyse des sich mir bietenden Bildes – „… wieso hast Du einen ganzen Brief bekommen?“
Anna steht mit großen Augen vor mir und studiert konzentriert ein vollgeschriebenes Blatt. Wieso hat sie so eine lange Nachricht von Melli bekommen?
„Lass mich auch mal gucken!“ Ich schiebe mich nah an sie heran, um mitlesen zu können. Anna dreht sich von mir weg, stellt sich zwischen mich und das Ziel meiner Neugierde. „Hey!“ Ich rücke nach. Sie dreht sich weiter.
„Nein!“ schiebt sich mich weg, „Das ist nur für mich und geht Dich nichts an.“
Mooooooment mal! Wie, das geht mich nichts an? Die ist wohl mit dem Klammerbeutel gepudert worden – und wenn nicht, sollte ich das, ob dieser Frechheit, vielleicht schnell mal nachholen! „Was steht da drinnen? Wieso bekommst Du einen Brief und ich nur einen Namen?“
„Das wirst Du schon noch erfahren. Aber ich warne Dich jetzt das letzte Mal. Der Brief ist nicht für Dich sondern nur für mich. Ich werde ihn Dir weder zum Lesen geben noch Dir sagen, was drinnen steht. Finde Dich damit ab.“

Beinahe wäre mir eine Beleidigung herausgerutscht. Sie warnt mich. Soso. Das ist ja was ganz Neues. „Ach ja? Und was, wenn ich mich nicht damit abfinden würde… also so rein theoretisch?“. Gerade noch so die Kurve gekriegt. Wer weiß, zu was Melli Anna autorisiert hat.
Anna dreht sich zu mir um. „Dann würde ich dir ganz heftig den Popo versohlen!“. Ihr ernster Gesichtsausdruck hält nur den Bruchteil einer Sekunde, dann bricht sie in schallendes Gelächter aus. Ich stimme mit ein – erst noch etwas künstlich. Ich bin mir unsicher, ob sie das jetzt ernst gemeint hat oder nicht. Melli lacht auch öfters und dann gibts Haue. Ach was! Das ist Anna. „Nein, natürlich nicht. Aber da stehen Anweisungen für mich drinnen und die gehen Dich nun mal wirklich nichts an. Das Einzige, was Du wissen musst, steht in der ersten Zeile. Ich  habe ab jetzt das Sagen und Du sollst auf mich hören.“
OK, damit kann ich locker leben. Ich genieße es sehr, wenn Anna den Ton bei uns Beiden an gibt. Ich glaube, ihr macht es sogar von der Dominanz her Freude. Die habe ich zwar auch, wenn ich der aktivere Part von uns beiden bin, aber das liegt bei mir, da bin ich mir mittlerweile sehr sicher, eher daran, dass ich mich zu dem Zeitpunkt versuche, in sie hinein zu versetzten und mich daran „ergeile“, wie es für mich wäre, jetzt an ihrer Stelle zu sein und nicht an dem, was ich eigentlich gerade tue.
„Und deswegen stellst du dich jetzt da hin.“, sie deutet neben die Tür, „Mit dem Gesicht zur Wand.“

Ein leichtes Kribbeln macht sich in meinem Bauch breit, als ich ihrer Anweisung stumm folge leiste. „Gib mir deinen Brief und das Schloss“ befiehlt sie. Zärtlich fassen ihre kleinen Hände um meine Unterarme und führen sie hinter meinem Rücken zusammen. Das Kribbeln verstärkt sich, als sie ihre Finger über meine Haut nach unten zu meinen Handgelenken rutschen lässt. Sie fingert an den Ringen meiner Handeisen und das leise Klicken des mitgelieferten Schlossen durchdringt die absolute Stille des Momentes, wie das Peitschen eines Schusses eine laue Sommernacht.

„Und da bleibst Du jetzt stehen, bis ich in aller Ruhe gelesen habe, was ich mit Dir anstellen soll.“ sagt sie, und lässt sich auf mein heute morgen frisch gemachtes Bett fallen. Ob ihre immer wiederkehrenden „Oh!“, „Wie gemein“, „Die Arme“ Bekundungen so wie das tiefe Lufteinsaugen abwechselnd mit Gekicher nur darauf ausgelegt sind, mich zu verunsichern, kann ich leider nicht beurteilen – aber wirken tut es.

28 Kommentare zu “Besuch – Teil 8 / Umschlag 12 – Teil 1

      • Sollang es nur beim feuchten lachen mit Pippi in den Augen 👀 bleibt ist es ja ok. Anders wäre es wenn du beim schreiben deines Blogs stimuliert wirst und dann nichts mehr machen kannst weil du nur noch am kommen bist 😂😂😂. Aber wie immer ist auch dieser Teil vom blog sehr interessant und gut. Mach weiter so.

        Gefällt 1 Person

  • Huhu Kari

    wieder gut geschrieben und hoffentlich beeilt sich dein Lektorat 😉

    aber wo wir gerade beim Lektorat sind ich habe ein e für die Vermisstenliste.

    “ wie schön wäre es, wenn sie jetzt ihre wEichen Lippen auf meinen Hals legen würde, mich aufs Bett schubst und… ein wonniger Schauer durchfährt meinen Körper bei diesen Gedanken.“

    Ich wünsche dir nicht zu viel Haue sondern genauso viel wie es dich erregt.

    bis bald
    Rabenhexe

    Gefällt 2 Personen

  • Wundervoll geschrieben!

    Allerdings habe ich auch Kritik, Deine Texte sind einfach zu kurz! Kaum hat man angefangen zu lesen, kommt auch schon das Ende. Als Daumenregel sollten die Texte mindestens so lang sein, dass ich meine Tasse Tee während des Lesens leer trinke. Die jetzige Tasse war noch zu heiß um mehr als ein paar Schlücke trinken zu können.

    Liebe Grüße,

    A.Lias

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    • Also wenn der Tee kühl genug ist, geht das ganz locker mit dem Trinken – mache ich nämlich auch beim letzten Mal lesen, bevor ich veröffentliche – schön zurücklehnen mit nen Pfefferminztee in der Hand. Wenn du heißen Tee nicht trinken kannst, dann… fängt mit W an und hört mit eichei auf. 😉

      Gefällt mir

  • Liebe Kari,

    bist Du Dir sicher, dass Du nicht vielleicht doch eher eine kleine Sadistin bist? Wie kannst Du uns nur mitten im Vorspiel und bereits „leicht angeköchelt“ einfach so mit unseren eigenen Erwartungen an den Fortgang der Geschichte stehen lassen? 😉 Ich hoffe, dass Du Dich mindestens eben so gefühlt hast, als Du in Deinem Hausoutfit (ich erinnere mich da an Eure Hausregeln und hoffe, dass diese für Dich und Anna noch immer gültig sind) mit auf dem Rücken gefesselten Händen die Wand betrachten durftest.
    Zur Geschichte selbst, kann ich Dir nur wieder gratulieren. Sie ist super geschrieben, macht wie immer Lust auf mehr und enthält auch wieder jede Menge köstlichen Kari Humor.
    Und jetzt ahnst Du sicher, was als nächstes kommt. Da in diesem Beitrag vermutlich auch Anna eine Hauptrolle übernehmen wird, würde mich auch interessieren, wie sie das Ganze aufgenommen hat. Wenn ich mich nicht irre, war sie zu der Zeit noch nicht so lange und vor allem noch nicht so fest ein Teil Eurer Beziehung. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser Umschlag für sie etwas ganz Besonderes war.
    Auch Deine Frau hat sich ein Riesenkompliment verdient. Noch weiß ich nicht, wie Deine Geschichte weiter gehen wird, finde es aber toll, dass Deine Frau Anna mit einbezogen hat, um Dich Dein Geschenk erleben zu lassen.

    Gefällt 2 Personen

    • Nein, ich bin keine Sadistin – und ich hasse selbst Cliffhanger. Warum ich die dann euch antue? Weils so schön ist! *ggg*

      Ich werde es Anna natürlich ausrichten – ich glaube sie hat auch noch ein paar andere Kommentare zu beantworten. 🙂

      Und Melli richte ich das Kompliment natürlich auch aus. Wobei es sogar ehr so ist, dass sie durch das Einbeziehen von Anna sehr viel näher an den Originaltext von Alissa herangekommen ist.

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